• Schirmherr: Bürgermeister Frank Helmenstein

Presseberichte

Pressestimmen

Let's Dance 2017

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Disney Dreams 10.Nov. 2016

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Symphoniekonzert 12. Nov. 2014

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Once upon a time

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Disneyland Paris Orchesterfahrt

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Back to the Future

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World of Music

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Bei Broadway-Melodien in Bestform
VON UTA GILLE, 07:01h
Standing Ovations für eine große Leistung des Jungen Symphonie-Orchesters in E-und U-Musik.
Gummersbach - Das Junge Symphonie-Orchester (JSO) der Musikschule Gummersbach zeichnet sich durch Disziplin, Intensität und Elan aus. Hingabe an U-Musik wie an Klassik ist für eine gute Entwicklung erforderlich, denn ohne das Alte gäbe es das Neue nicht. Karsten Dobermann hat aus bescheidenen Anfängen ein Orchester aufgebaut, das heute 60 Mitglieder hat. Seine Motivierung besteht aus Strenge und Spaß, seine Ansprüche sind gewaltig.

Zwei Klassiker und das Musical "The Producers" von Mel Brooks standen auf dem Programm. Aufregend, wie das JSO sich in Schuberts "Unvollendete" vertiefte. Dobermann wählte breite Tempi, wohl um die Verästelungen der Partitur zu verdeutlichen. Aus dem Pianissimo ließ er den ersten Satz erstehen, forderte intensive Steigerungen und Ausdrucksstärke. Wunderschön spielten Geigen, Celli und Holzbläser im Wechsel die bekannte Grundmelodie. Sie bildeten eine klangliche Einheit, während die Blechbläser damit bei ihren kantigen Gegensätzen noch einige Schwierigkeiten hatten. Jeder spielte für sich, hörte im Forte nicht auf die Partner, aber sie werden an ihren Aufgaben wachsen.

Leider bot der zweite Satz nicht ganz die Spannung des ersten, das JSO fand nur langsam zueinander. Die Geigen ließen mit feinen, sicheren Kantilenen besonders in der Höhe aufhorchen, und die gemeinsame Gestaltung aller führte dann zum anrührenden Ausklang.

Jäh und aggressiv folgte das Musical "The Producers" - geradezu ein Schock, eine Atempause wäre besser gewesen. Jetzt aber war das JSO in seinem Element. Man fühlte sich an den Broadway versetzt, wo auch die verrückte Handlung spielt. Toll, wie das facettenreiche Musical umgesetzt wurde, hier waren die Blechbläser in Bestform. In klassischer Besetzung (nur Piano, Schlagzeug, großes Becken und etwas Percussion ergänzten die Pauke) wurde kess, schwelgerisch, frech und in raffinierten Rhythmen präsentiert. Das kam an, Riesenbeifall. Bei Beethovens 7. Symphonie wurde es diffiziler. Bei spürbarer Nervosität waren trotz ungeheurem Einsatz Intonationsschwierigkeiten und Unsicherheit auszumachen. Dobermann verbesserte die Situation, indem er einmal unterbrach. Hinterher entschuldigte er es mit zu kurzer Probenzeit, vielleicht war das Ziel doch noch zu hoch gegriffen? "Der Weg ist das Ziel", sagt ein Sprichwort, hier stimmt das genau, denn die Entwicklung des JSO ist bemerkenswert. Als Zugabe spielte es ein Medley aus dem Film "Henry Manzini", bravo! Und weil der Applaus nicht endete, wiederholten sie "The Producers", wobei sich der Elan nochmal verstärkte. Das JSO war unermüdlich, und das bei der Schwüle im Saal, womit das Publikum schon zu kämpfen hatte!

Das Konzert wurde unterstützt vom Förderverein für die Musikschule und vom Verein zur Förderung der Kultur in Gummersbach. Das JSO nahm mit diesem Konzert am 6. Landes-Orchester-Wettbewerb NRW teil. Vier Professoren aus Düsseldorf, Dortmund, Wuppertal und Bielefeld bildeten die Jury. Das Ergebnis wird der Musikschule schriftlich bekannt gegeben.

Winnetou war auch dabei
VON GISELA SCHWARZ, 19.06.02, 17:00h
Klassik und Moderne - einen Hörgenus bereitete das Konzert des Jungen Symphonieorchesters der Musikschule Gummersbach.
Gummersbach - Sinfonien von Beethoven und Dvorak? Und dazu was Jazziges von Dobbins? Einerseits erwartungsfroh andererseits skeptisch strömten die Freunde, Verwandte und Mitschüler der 65 Musiker, die als Junges Symphonieorchester der Musikschule Gummersbach im Theater konzertierten, in die Zuschauerränge. Doch Dirigent Karsten Dobermann hatte die Stücke für seine vorwiegend jugendlichen Orchestermitglieder gut gewählt. Mit Beethovens Vierter Sinfonie stieg er in den gut zweistündigen Vortrag ein - sie ist die fröhlichste Sinfonie unter den Neunen, hat traumhaft versonnene und klagende Melodien, mit denen sich die jungen Leute identifizieren und eben auch interpretieren konnten.

Wieder hatten die jungen Sinfoniker mit den Profis wie Bernhard van Kampen am Bass monatelang geprobt. Der immense Einsatz für die Musikschüler hat sich gelohnt: Klangschön und gewaltig - typisch Beethoven - kam vor allem der vierte Satz im großen Spannungsbogen herüber. Eine unvergessliche Leistung für das junge Orchester, in das Karsten Dobermann weise Preisträger wie den ersten Geiger und Konzertmeister Jan Roschinsky und die erste Cellistin Linda Laukamp eingebunden hat, aber auch Musiker, die noch nicht so weit sind, sich erst noch das Vibrato erarbeiten müssen. Aber alle müssen noch lernen, auch die jugendlichen Zuhörer: Die wollten einfach vor lauter Begeisterung nach jeden Satz klatschen, wurden aber schnell von den alten Konzertgänger eines Besseren belehrt: Erst am Ende des kompletten Stückes klatschen!

"Warum glitzert das Tenor-Saxophon von Stephan Aschenbrenner nicht, warum ist es so matt?" Die Frage der drei jungen Damen bei der Komposition von WDR-Bigbandleiter Bill Dobbins blieb unbeanwortet. Und so stellt sich die Frage, ob man beim nächsten Konzert der Musikschule nicht einen Moderator engagiert, der in die Stücke einführt und vielleicht auch etwas über die Instrumente erzählt. Dem Vortrag von Profi Aschenbrenner tat dies jedoch keinen Abbruch: Souverän führte er mit Saxophonklängen in entrückte, fremde Tonwelten - eindeutig war "The Stranger" zu interpretieren.

Nach der Pause Dvoraks Neunte Sinfonie "Aus der neuen Welt". In wohltuendem Klang arbeiteten die jungen Musiker mit Horn, Oboe und Streichern die Hauptmotive - indianische Tanzweisen - heraus. "Winnetou!!" flüsterten die jungen Damen, die das Stück im Musikunterricht durchgenommen hatten. Welch ein Erlebnis für den jungen Trompeter Tobias Heinisch, im Finale beim der glanzvollen Trompetenmelodie mithalten zu dürfen.
Klanggarten gefiel nicht allen
VON GISELA SCHWARZ, 12.03.02, 17:56h
Begeisterter Beifall und Bravorufe bei der Uraufführung von "Klanggarten" mit der Jungen Symphonie.
Gummersbach - Ein wenig unwillig verfolgten einige Eltern der Musikschule die ungewohnten Klänge bei der Uraufführung von Peter Hochs "Klanggarten" mit der Jungen Symphonie Orchester. Natürlich waren sie stolz, dass ihr begabter Nachwuchs an einem solch wichtigen Ereignis teilnahm. Aber statt gefälliger Melodien, die ihnen von Mozart bis Debussy eingängig in den Ohren klingen, hörten sie diesmal atonale, aufbrausende Töne, Sprechstimmen, ein drittes Element, das elektronische Klavier vom Band. Entschlossen verließ eine Mutter in den ersten Minuten die Aula des Gymnasiums Moltkestraße, ein Vater verlangte sogar kurz ein vernehmliches "Schluss jetzt" in einer Klangpause. Es fing ganz harmlos an mit einem schmissigen Kirchen-Percussion-Marsch von Steven Rosenhaus. Tschingbum. Schräg klangen da nur die Topfdeckel und der rhythmisch geschlagene Plastikeimer. Doch dann ging die Reise los in einen Peter Hoch Klanggarten mit neuen Tönen, fast schüchtern schwätzend lösten sich die Klangknospen aus zupfenden Streichern, suchenden Bläsern, formierten sich zu einem brausenden Sturm, der stolpernd und suchend, schluchzend in ein Säuseln überging. Eine Oboe griff das Säuseln auf, die anderen Instrumente stimmten ein, ein Bassklarinette grummelte im Hintergrund in der typisch matten Klangfarbe. Fragen der Zuhörer wurden aufgegriffen von den Sprechern an Rande, die Wortfetzen wiederholten und einen ohrenbetäubenden Lärm aus Vokalen verursachten. Das pustete gewaltig durch die Gehörgänge. Doch gerade, kurz bevor es schmerzte, beruhigte sich das Gespinst der Silben und Vokale. Eine Flöte mischte sich in das rhythmische Tongewühl - Erinnerungen an die Vogelstimmen des Zeitgenossen Messiaen tauchten auf, verschwanden wieder, als das elektronische Klavier im Hintergrund sich einmischte. Das Orchester schwieg - wie würde es antworten? "Man muss das Leben splitternackt durchqueren...." hörte man die prägnante Stimme von Sprecher Lutz Schnitzler, der die Worte zusammen mit seinen Sprechern instrumentalisierte. Worte und Klänge schlugen umeinander, das elektronische Klavier wehrte sich gegen die Macht der Klänge, suchte eine neue Form der Geräusche, die irgendwann zu Ende gingen und den Zuhörer mit einem Wunsch nach einem Mehr von neuen Tönen zurückließen. Bravorufe, wildes Klatschen belohnten die jungen Musiker, ihren engagierten Dirigenten Karsten Dobermann und den Komponisten Peter Hoch. Bravourös und in frischer Spielfreude hatten sie es geschafft, die Partitur, die wie ein abstraktes Bild aussieht, in eine neues frisches Klangbild umzusetzen, den Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten, den Zuhörer in einer fast atemlosen Konzentration mitzureißen.

Draußen im Foyer feierten sie anschließend - die jungen und die älteren Musiker, darunter Saxophonist Stefan Aschenbrenner, und der Nachwuchs Linda Laukamp am Cello und der junge Geiger Jan Roschinski. Einen visuellen Nachklang erlebten sie alle noch einmal mit den Bildern des berühmten Malers Peter Möbus, der spontan seine malerischen "Klangbilder" nur für die Uraufführung bereit stellte. Eine schöne Geste für seinen Freund Dobermann und die jungen Musiker.

Eine Partitur wie ein abstraktes Gemälde
VON HOLGER HENNIG, 19.12.01, 17:59h
Wenn ein Stück von Komponist Peter Hoch uraufgeführt werden soll, dann macht er die erste Probe immer selbst - auch beim Jungen Symphonie Orchester.
Gummersbach - "Bitte das Pedal treten und über die Saiten streichen, und dann bitte noch zwei einzelne Saiten zupfen!" Kaum zu erkennen, aber so hört sich bei moderner Musik schon mal eine Anweisung für den Pianisten an. Auf das Junge Symphonie Orchester (JSO) der Musikschule Gummersbach kommt noch eine Menge Arbeit zu, denn am 5. März im nächsten Jahr wird die Aula des Gymnasiums Moltkestraße der Ort der Uraufführung des "Garden of Sounds" sein. Eine Herausforderung für Komponist, Dirigent Karsten Dobermann und natürlich das ganze Orchester.

Die Partitur, die man ja gewöhnlich in Notenlinien gefasst und in Noten geschrieben sieht, wirkt beim "Klanggarten" mehr wie ein modernes Gemälde - auch kein Zufall, befasst sich Peter Hoch doch auch mit Malerei. Die einzelnen Bildelemente sind zur besseren Verständlichkeit in einzelne Teile getrennt und nummeriert, Linien stellen ungefähre Melodien dar, Keile sind crescendierende Klaster - kurz alle in einer Stimme spielen durcheinander und werden dabei lauter. Damit die Musiker diese seltsamen Partituren verstehen, hatte Peter Hoch extra sieben Stunden Bahnfahrt auf sich genommen, um möglichst viel schon anzuspielen und viele seiner Visionen zu vermitteln.

Auf die Kleinigkeiten kommt es an. Da ist es wichtig, ob die Sologeigen im ersten Teil des ersten Satzes von ihrem Grundton hoch und runter springen oder gleiten. Sie gleiten! Da ist es auch wichtig, dass eine aufsteigende Tonfolge bei den Holzbläsern keine Dreiklänge bildet. "Septimen und Nonen sind bei mir sehr beliebt", macht Hoch seine Vorlieben deutlich. Ihm, aber auch den Musikern macht es sichtlich Spaß, wenn es in den Geigen quietscht und seufzt und eine kleine Kakophonie, bei denen das Orchester sehr großen Erfindungsreichtum zur Erzeugung grauslicher Laute beweist, kommentiert Hoch ganz locker mit: "In einem Garten muss es ja auch einen Komposthaufen geben. Auch Stimmen gibt es. Angeführt von Solo-Sprecher Lutz Schnitzler spricht, schreit, seufzt und singt ein kleiner Chor teilweise einen kurzen Text von Wolf Wondratschek, aber auch etwas sinnentleerte Silben "i ni wi bli ..." - ein Wasserfall aus Lauten soll erzeugt werden. Immer wieder bringt Hoch die Beispiele aus einem richtigen Garten, den er in Musik umgesetzt hat. Der "Klanggarten" ist das zweite Stück von Peter Hoch, das das JSO spielt, der Kontakt kam über eine Dirigentenfortbildung zustande, die Karsten Dobermann besuchte. Nach dem in diesem Jahr dann das erste Stück beim Orchester riesig ankam, war die Idee, etwas Größeres zu spielen nicht weit. Das es dann zu einer Uraufführung kommen wird, freut beide Seiten. Vor allem lobte Peter Hoch die Disziplin und die Motivation des Orchesters: "Eine so gute Probe wäre mit einem Profi-Orchester nicht möglich gewesen." Die jungen Musiker - zum größten Teil Schüler der Musikschule Gummersbach - gingen schnell und kreativ an die Aufgaben heran, die das Werk an sie stellte. Und hatten auch jede Menge Spaß bei der "Gartenarbeit". "Superinteressant, man hätte nur noch ein bisschen mehr Zeit gebraucht", meinte Konzertmeister Jan Roschinsky. "Das macht Laune!" bekannte Musikschuldozent Stephan Aschenbrenner, der mit der Bassklarinette aushalf. Na denn sollte man auf den 5. März gespannt sein.

Maestro mit Mut und Leidenschaft
VON HOLGER HENNIG, 02.11.01, 14:17h
Er führt viele junge Oberberger an die Musik heran: Karsten Dobermann Ein Virtuose, Lehrer und Dirigent: Karsten Dobermann ist aus der Gummersbacher Musikschule nicht mehr wegzudenken -und ist als Solotrompeter ständig unterwegs. Gummersbach - "Meine persönliche Überschrift ist immer die Musik." So spricht jemand, der wirklich Musiker aus Berufung ist. Karsten Dobermann ist Dirigent des Jungen Symphonie Orchesters der Musikschule Gummersbach, Leader der MGM Big Band, Lehrer für Trompete mit "um die 30 Schüler" und ist daneben noch in ganz Deutschland unterwegs, um seine hohe Barocktrompete erklingen zu lassen oder seltener, um seine Stelle als zweiter Dirigent der Lehrer-Philharmonie Freiburg zu erfüllen. Das erfordert eine gute Koordination im Terminplan und viel Kraft.

Nach Gummersbach kam der gebürtige "Ruhrpöttler" mehr oder weniger durch Zufall. Eigentlich war er mit insgesamt vier wechselnden Organisten unterwegs, um mit barocker Trompetenmusik seine Honorare zu verdienen, als der hörte, dass an der Gummersbacher Musikschule ein Lehrer für Trompete gesucht wurde. Damals gab es vier Schüler, und das war eine sichere Sache an einem Nachmittag jede Woche. Die weitete sich allerdings rasant aus, was Karsten Dobermann aber sehr entgegen kam, denn die aufreibende Solistentätigkeit, bei der man ständig nur auf der Bahn ist, zehrte schon an der Gesundheit.

Da er sich auch im Bereich Dirigat immer weiterbildete, wünschte er sich bald auch ein Orchester. Als Peter Even Leiter der Musikschule wurde, war die erste Frage die nach einem eigenen Symphonie Orchester. Even gab grünes Licht und die Erfolge sind unverkennbar. Zuletzt wagte sich das Orchester an Wagners Meistersinger-Ouvertüre und ein Stück des Neutöners Peter Hoch. Beides mit riesigem Beifall bedacht. Die Zusammenarbeit mit Hoch, den Karsten Dobermann persönlich kennt, wird sich im nächsten Jahr intensivieren: Geplant ist die Uraufführung eines Orchesterwerkes, dessen Partituren mehr an Gemälde als an Noten erinnern. Um diese Partituren zu erklären, kommt Peter Hoch extra nach Gummersbach.

Eine andere Seite des Orchesters sind die Projekte mit dem Bruno-Goller-Haus zusammen. Am 21. September steht die Premiere der "Reise zum Mittelpunkt der Erde" an, deren musikalischer Leiter "natürlich" Karsten Dobermann ist. Hier muss das Orchester mit einer Rockband zusammenspielen. Ein neues Wagnis, aber auch eine neue Herausforderung, die Dobermann bewältigen will. Die Rockoper nach Jules Verne mit Musik aus den verschiedensten Quellen ist das zweite Bühnenprojekt im Theater nach der Kinderoper "Rumpelstilzchen" im letzten Jahr. Um die hundert Mitwirkende werden auf, vor und hinter der Bühne für Furore sorgen. Mit dabei ist auch das Musical Projekt Oberberg, die Musikschule Radevormwald und das Grotenbachgymnasium Gummersbach. Diese vielen Musiker, Schauspieler und Sänger müssen Dobermann und Regisseur Martin Kuchejda unter einen Hut kriegen, was aber "bisher sehr gut gelaufen ist".

Ganz am Anfang stand bei Karsten Dobermann übrigens die Violine. Er wollte zwar immer Trompete spielen, aber früher ließ man erst Schüler ab vierzehn Jahren zu. Als er dieses Alter erreichte, legte er die Geige sofort zur Seite, obwohl er mit ihr schon Einiges erreicht hatte, und rührte sie nicht mehr an. Mit der Trompete hatte er auch großes Glück. Als er schon Konzerte als Solist gab, hörte ihn eine absolute Koryphäe der Trompete Franz Andlinger. Er verpflichtete Dobermann zu einem Jahr Unterricht, drei Mal die Woche. Und nahm dafür keinen Pfennig.

Singend im Vulkan verschwunden
VON GISELA SCHWARZ, 21.09.01, 19:31h
Zum Mittelpunkt der Erde führte gestern die Premiere der Rockoper nach Jules Verne im Gummersbacher Theater - beteiligt waren über 100 Jugendliche.
Gummersbach - Als Überraschung wurde die 16-jährige Juliane Klein aus Wiehl für die Rockoper "Reise zum Mittelpunkt der Erde" angekündigt - und gestern bei der Premiere war die soulige Sängerin absolut der stimmliche Höhepunkt inmitten der über 100 Kinder und Jugendlichen aus Oberberg, die alle mit Körper, Stimme und Instrumenten im Mammutprojekt auftraten.

Als Magmawesen kroch Juliane aus dem Vulkan und entfaltete ein Feuer an körperlichem und stimmlichem Einsatz. Sie riss die Mädchen mit, die gerade vor dem Vulkan glühende Lava darstellten, die jungen Musiker und Rocker im Orchestergraben und auch die Zuschauer.

Ein halbes Jahr haben alle Akteure, Musiker und die vielen Theaterleute im Hintergrund an der Rockoper hart gearbeitet. Das zahlte sich aus, als Dirigent Karsten Dobermann mit dem Jungen Symphonieorchester der Musikschule Gummersbach tief unten im Orchestergraben voll ausholte - volle Dröhnung mit Klassik live! Das kam an bei den jugendlichen Zuhörern.

Schon war man mittendrin in der Geschichte vom verwirrten Professor Lindenbrock (Lutz Schnitzler), dem Neffen Axel (Jochen Klüßendorf), der Verlobten Agnes (Jasmin Mirza) und Hans, dem isländischen Reiseführer (Jörn Kolpe). In kleinen Häppchen wurde die Jules-Verne-Story am Bühnenrand vom Erzähler Patrick Müller bei Kerzenschein serviert: Die Entdeckung der jahrhundertalten Reisepläne in der staubigen Bibliothek, der Aufbruch nach Island, wo sie von den grimmigen Trollen empfangen wurden. Mit "Olle Bolle, volle Knolle" trieben die Böslinge die Forscher vor sich her. Die verschwanden im singenden Vulkan.

Beim Abstieg in die Tiefen begegnen ihnen tanzende Grottenolme im phosphoriszierenden Schwarzlicht, dann stoßen sie auf ein Gewässer, dass der Professor prompt "Hans-Bach" - englisch ausgesprochen - tauft. Da hatten die Englischschüler was zu lachen.

Hohe Wellen aus Seide, romantisch blau und grün beleuchtet, rollen über den Bühnenboden. Das Forscherteam bastelt sich ein Floß. "I am sailing" singt Neffe Axel frei nach Rod Stewart, während der fleißige Isländer im Takt das Floß vorantreibt. Sturm kommt auf, niedliche Tabaluga-Dinos umringen das Forscherteam. Mit dem Trömmelchen marschiert Musikschulleiter Peter Even vorne weg beim Auftritt der Marching Dixie Band von der Musikschule. Dunkel wird's - über 100 Kinder huschen mit kleinen Lichtern auf die Bühne, wiegen sich im Takt, während die Erdentruppe tief schläft. Ah- und Oh-Rufe schallen durch den Raum, als die Riesenschildkröte wie ein Fels auf der Bühne liegt. Zu Geigenklängen wird das Riesentier gestreichelt.

Noch ein Abenteuer im Riesenpilzwald mit den blitzschnellen Trolle. Dann spuckt der Ätna Reisegruppe aus. Der Erzähler entpuppt sich als Neapolitaner, verspricht Spaghetti und singt wie Adriano Celentano. Welch eine Freude, wieder irdischem Boden zu betreten. Viel Beifall gabs - von Zuschauern und von Kindern auch für die Profis, die im Hintergrund wirkten.

Heute (18 Uhr) und morgen (16 Uhr) gibt es noch eine Vorstellung, und dann in Lindlar und Radevormwald.

Heiße Probenarbeit für die Rockoper
VON Gisela Schwarz, 28.08.01, 18:21h
Gummersbach - Gerade haben sie alle ein schweißtreibendes Wochenende in der Bergneustädter Landschulheim am Dreiort hinter sich gebracht - Singen, Tanzen, Musizieren - Rock und Klassik. "Bei 42 Grad und 100 Prozent Lufttemperatur", berichtet Peter Even, Leiter der Musikschule Gummersbach, über die Proben zum neuen Mammutprojekt, das zusammen mit dem Bruno-Goller-Haus, dem Musical-Projekt Oberberg, dem Gymnasium Grotenbach und der Musikschule Radevormwald produziert wird. Nach "Rumpelstilzchen" im vorigen Jahr haben sich die Akteure in diesem Jahr eine Rockoper nach Jule Vernes "Reise zum Mittelpunkt der Erde" vorgenommen.

Über 100 Kinder und Jugendliche und auch ein paar Erwachsene machen mit. "Das ist eine richtige Rockoper mit Orchester, wo aber auch die Rockband mit im Orchestergraben sitzt. Für die Rocker sind das sind ganz neue Erfahrungen, unter einem Dirigenten zusammen zu spielen ", berichtet Martin Kuchejda (Konzept und Regie) über das Projekt, für das viele Gruppierungen seit Monaten für sich geprobt haben und jetzt noch vier Mal zusammen spielen, bis dann am 21. September im Theater Premiere ist. Danach wird das Stück noch zwei Mal im Theater, dann am 26. September im Lindlarer Schul- und Kulturzentrum und am 27. September im Radevormwalder Bürgerhaus vorgestellt.

Das sind aber nicht etwa musikalische Nobodys, die da zusammen kommen, sondern engagierte junge Leute: das junge Symphonieorchester und die Marching-Dixie Band der Musikschule, die Rockband der Musikschule Radevormwald, der Chor das Musical Projekt Oberberg sowie die Tanzgruppe und der Kinderchor des Gymnasiums Grotenbach. Dazu u.a. Sänger Patrick Müller als Erzähler, Schaupieler Lutz Schnitzler als Professor Lindenbrock, Kollege Jörn Kolpe als Reiseführer Hans und als Überraschung die 16-jährige Juliane Klein aus Wiehl als Magmawesen mit toller Stimme.

In den 70-er Jahren hat Rick Wakemann in der Londoner Royal Albert hall die rockige Oper nach Jule Vernes Roman mit Klassik und Rock eingespielt. Und auch in der Gummersbacher Inszenierung kann man sich auf einen Mix aus Rod Stewarts "I'm sailing", Griegs "Tanz in der Höhle des Bergkönigs" und Beethovens Pastorale einrichten. Und dabei ziehen alle an einem Strang: Martin Kuchejda mit Konzept und Regie, Karsten Dobermann als musikalischer Leiter, Joachim Kottmann als Korrepetitor, Nina Spahn und Daniela Gries als Choreographen, Ton Magnus Grevenstein, Organisation Peter Even. Bühnenbild, Requisiten und Kostüme haben Gerit Rupe, Sabine Rautenberg und Claudia Lohse entworfen. Beim Workshop wurde bereits eifrig von allen Akteuren mit gemalt. Gespann darf man sein auf die elf mal sechs Meter große Bücherwand, die Riesenschildkröte, drei Drachen und einen Vulkan oder auch auf die Grottenolme im Schwarzlicht.

Finanziert wurde das Projekt mit 40 000 Mark maßgeblich vom Land NRW, aus dem Topf regionale Kulturpolitik, der Kulturstiftung der Kreissparkasse Köln, der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt, der Volksbank Oberberg, dem Gummersbacher Jugendamt und dem Verein zur Förderung der Kultur in Gummersbach.

Klassik in familiärer Atmosphäre
VON Rebecca Honisch, 23.03.95
Jugend-Sinfonie-Orchester der Musikschule Gummersbach erlebt am Samstag sein Konzertdebüt
Gummersbach. Musikalische Förderung und familiärer Umgang - das läßt sich gut miteinander verbinden. Für Trompetenlehrer Karsten Dobermann war das jedenfalls die Motivation, ein Jugend-Sinfonieorchester an der Musikschule Gummersbach ins Leben zu rufen. Am Samstag erlebt das Ensemble eine Premiere.

Damit erfüllt sich ein Wunsch, den der Trompeter schon seit langem mit sich herumträgt. Schon 1993 schlug er anläßlich des 30jährigen Jubiläums der Musikschule vor, neben den bestehenden Kammermusikkreisen und einem Vor-Orchester ein Ensemble für junge Musiker zu gründen, die klassische Musik favorisieren. Zu diesem Zeitpunkt noch abgelehnt, wurde die Idee nun im Rahmen vieler Umbrüche und Veränderungen in der Musikschule selbst akzeptiert.

Mit Hilfe einiger Musikschüler startete Dobermann im Februar das Jugendsinfonieorchester (JSO) als ein Projekt. Ein Projekt der schnellen Arbeiter übrigens: In nur fünf Proben hat er mit den eifrigen Violinisten, Cellisten, Trompetern, Posaunisten, Klarinisten, Oboisten und Flötisten die "Sinfonie C-Dur, Nr. 56, 1. und 3. Satz" von Joseph Haydn erarbeitet, das am Samstag zu hören sein wird.

Positiv und optimistisch blickt Dobermann diesem Ziel entgegen. Statt seine Musiker unter Leistungsdruck zu setzen, ermuntert und ermutigt er sie, vermittelt ihnen den Spaß am gemeinsamen Spiel und will sie auf diese Weise bis zum Samstag konzertreif machen.

Viele hätten den Eindruck, als sei die Musikschule im Grunde eine kommerzielle Organisation. Dagegen wehrt sich Dobermannn entschieden. "Der Trend geht zur Familienmusikschule, in der freundschaftlich miteinander gearbeitet wird", versichert der Pädagoge. Man müsse nur an der Energie der jungen Musiker kitzeln, meint der Leiter des Projekts.

Daß ihm dies gelingt, ist bei den Proben des JSO zu spüren. Es herrscht eine lockere Atmosphäre und die Motivation der jungen Musiker und Musikerinnen ist unverkennbar. Der Erfolg und Weiterbestand des Orchesters nach dem Konzert "Vom Jazz zur Klassik", in dem auch das Vororchester und die Big-Band der Musikschule auftreten, wird dann von dem Engagement der Spieler abhängen. Gesucht werden noch weitere fortgeschrittene Instrumentalisten, insbesondere Streicher, im Alter zwischen 15 und 21 Jahren, die mit Freude und Eifer dazu beitragen möchten, daß das Jugendsinfonieorchester zu einem festen Bestandteil der Musikschule Gummersbach wird. Die Proben finden dienstags von 18.30 bis 19:30 Uhr in Raum 901 des Gymnasiums Moltkestraße statt.

"Vom Jazz zur Klassik" - so ist das Konzert überschrieben, mit dem das Jugend-Sinfonieorchester am Samstag, 25. März, um 18 Uhr in der Aula des Gymnasiums Moltkestraße seine Premiere gibt. Mit dabei sind auch das Vor-Orchester der Musikschule und die Big-Band.